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Auch in diesem Jahr nahm unsere Schule am Projekt Zeitung und Schule (ZeuS) in Zusammenarbeit mit der NRZ teil.
In der Zeit vom 15. 3. - 1. 5. 2009 erschienen z. B. folgende Artikel auf der Zeus-Seite:

  53523601_20982966_teaser_small Das Ende von Wolfskuhlen

Das ehemalige Rittergut in Budberg ist verfallen und marode
Rheinberg-Budberg. Was damals mal ein Rittergut war, ist heute eine alte Ruine, die brüchig und einsturzgefährdet ist. Eines der letzten historischen Denkmale in Rheinberg/Budberg scheint langsam in sich zusammen zu fallen: Schloss Wolfskuhlen.
Erbaut im 18. Jahrhundert diente es zunächst als Rittergut. Von damals bis heute soll es Gerüchten zufolge drei mal in Flammen gestanden haben und eigentlich abgerissen werden. Die Abrissfirma jedoch ging pleite, und es ist nicht viel von dem ehemals majestätischen Schloss übrig geblieben. Was noch steht, strahlt eine traurige und bedrückende Energie aus. Was in den neunziger Jahren als Haus betrachtet werden konnte, ist heute nur noch eine Ruine, die an allen Ecken mit Graffiti vollgesprüht ist. Es stellt sich die Frage, wie die Zukunft des alten Gutshauses aussehen wird.
Unter anderem soll es auch gegen Ende des zweiten Weltkrieges als Krankenlager für Soldaten gedient haben. Feindliche Armeen richteten dort ein Massaker an. Sie ließen niemanden am Leben. Am meisten jedoch wird über die Zeit berichtet, in der das Haus als Jugend-Internat diente. Während dieser Zeit, so heißt es, soll ein Erzieher zwei Mädchen auf grausame Weise getötet haben. Andere Quellen behaupten: Kinder wurden lebendig in die Wände des Schlosses eingemauert. Wieder andere reden über einen kannibalistischen Hausmeister. Was nun stimmt oder nicht wird wohl für ewig ein Rätsel bleiben. Sicher ist: An diesem Ort herrscht eine seltsame Atmosphäre. Wer sich davon überzeugen will, sollte sich auf die Suche nach dem alten Schloss begeben.

 Simon Serwatke von der Gemeinschaftshauptschule Rheinberg, Klasse 8b

    53523486_22807362_teaser_small   Das läuft nur im Kopfkino                 

Wer Killerspiele mag, ist noch lange kein Amokläufer, sagen Rheinberger Hauptschüler und hörten sich bei Gamern um
Rheinberg. Der Amoklauf in Winnenden hat heftige Diskussionen in der Regierung hervorgerufen. Killerspiele sollen verboten werden. Sie seien mit Schuld an den Gewalttaten. Wir wollen etwas anderes beweisen. Jeder Jugendliche hat schon mal ein Ballerspiel gespielt oder spielt es noch. Dabei wird aber nicht jeder aggressiv, viele spielen es nur zum Abreagieren.
Die Medien behaupten, dass Killerspiele einen Amokläufer fit machen würden. Mehrere Einkaufsläden wollen Spiele ab 18 aus dem Handel nehmen. Der Name Killerspiel ist von den Politikern nur gewählt worden, weil sie die Spiele schon immer abschaffen wollten. Der richtige Name ist Ego-Shooter. Jugendliche, denen diese Art von Spielen gefällt, besitzen viele davon.
Nur weil die Politiker den Namen Ballerspiele und Killerspiele benutzen, muss es nicht gleich heißen, dass Ego-Shooter wirklich so brutal sind. Einige Politiker sehen in Spielen einen Grund für Amokläufe, weil in den Spielen Gewalt vorkommt. Aber es kann auch an der Erziehung der Jugendlichen liegen, vielleicht sind sie frustriert, weil sich ihre Eltern getrennt haben oder es andere familiäre Probleme gibt.
Gerne werden Ego-Shooter von Erwachsenen und sogar Eltern gespielt, und sie setzen auch keine Gewalt ein und bisher haben sie auch keinen Amoklauf gemacht. Selbst Studien haben ergeben, dass Killerspiele keinen Zusammenhang mit dem Amoklauf ergeben.
Also, nicht alle Jugendlichen, die Gewaltspiele spielen, werden aggressiv und die, die aggressiv werden, können gestoppt werden, indem die Eltern eingreifen. Aber wenn sie nichts unternehmen und der Jugendliche so frustriert ist, kann es zu einem Amoklauf kommen. Deswegen tragen Gewaltspiele kaum die ganze Schuld an einem solchen Ereignis.

Wir haben einige Gamer (Spieler der Gewaltspiele) gefragt, was sie von einem Verbot halten:

 Alexander P., 25 Jahre : „Ich spiele seit sieben Jahren intensiv ,Counter Strike' und habe noch nicht an einen Amoklauf gedacht.

 Martin B., 38 Jahre: Ich spiele schon lange Ego Shooter, meine Kinder tun es auch. Dabei habe ich keine Angst, dass sie Amok laufen, weil sie davon nicht aggressiv werden.â€

 Florian K., 15 Jahre: Es gefällt mir nicht, dass es zu solch einer Diskussion kommt. Die PC-Spielbenutzer haben die Spiele selbst bezahlt und sollten sie deshalb auch spielen dürfen.â€

 Es haben also nicht immer nur die Killerspiele an einen Amoklauf schuld, meistens sind es wohl persönliche Probleme, die zu einem Amoklauf führen. Dort muss man ansetzen, damit es nicht zu einem neuen Drama kommt.

 Jan Dirk Döppers, Brian Kimble, Nick Kirsten Hauptschule Rheinberg Klasse 8a

 

53523301_23045923_teaser_small   Geschafft!
Ulrike Dittrich ist zur Hauptschule in Rheinberg gegangen und macht jetzt als Kundenberaterin Karriere bei Solvay
Ulrike Dittrich (30) hat's geschafft. Sie war auf der Hauptschule in Rheinberg und ist heute Account-Managerin bei der Firma Solvay, was ein Beweis dafür ist, dass heutzutage nicht alle Hauptschüler zu Hartz IV-Empfängern werden. Bestimmt war ein komisches Gefühl für Frau Dittrich, in ihre alte Schule zurück zu kommen.
Frage: Frau Dittrich, Sie waren auf der Hauptschule in Rheinberg, wann haben sie ihren Abschluss gemacht?

 Ulrike Dittrich: 1994 mit der mittleren Reife. Wir hatten damals die Erweiterungskurse, in denen man auf den Realschulabschluss vorbereitet wurde.

 Frage: Auf welche Schule sind sie nach der Hauptschule gegangen?

 Ulrike Dittrich: Ich bin in Moers auf das Gymnasium in den Filder Benden gegangen und habe dort mein Abitur gemacht.

 Frage: Wie lange hat es gedauert?

 Ulrike Dittrich: Drei Jahre, ich habe glücklicherweise kein Jahr verloren.

 Frage: Und danach, haben Sie eine Ausbildung gemacht?

 Ulrike Dittrich: Ja bei der Solvay, erst wollte ich mich nicht noch einmal bewerben (grinst), denn ich hatte schon in der zehnten Klasse versucht dort einen Ausbildungsplatz als Chemikantin zu bekommen. Ich bin aber nicht angenommen worden, weil ich mich vorher nicht richtig informiert hatte - in diesem Jahr wurden nur Laboranten ausgebildet.

 Frage: Warum haben Sie sich als Chemikantin beworben?

 Ulrike Dittrich: Ich hatte immer Etappenziele, viele aus meiner Klasse hatten eine Ausbildung nach der Mittleren Reife angefangen. Da ich nichts bekommen hatte, bin ich weiter zur Schule gegangen.

 Frage: Und dann haben Sie es noch einmal ausprobiert?
 Ulrike Dittrich: Ja, habe ich. In der 13. Klasse habe ich mich aber für die Ausbildung zur Kauffrau im Groß- und Außenhandel, zur Speditionskauffrau und zur Industriekauffrau beworben und habe eine Bewerbung zur Solvay geschickt.

 Frage: Und was ist dann passiert, wurden Sie sofort angenommen?

 Ulrike Dittrich: Ich musste erst einen schriftlichen Test machen, danach wurden nur noch wenige zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen, zwei Ausbildungsplätze wurden vergeben und ich wurde angenommen.

 Frage: Wie lange sind Sie jetzt schon bei der Solvay?

 Ulrike Dittrich: Mit der Ausbildung sind es schon 12 Jahre.

 Frage: Was haben Sie nach der Ausbildung gemacht?

 Ulrike Dittrich: Ich wurde nach Ablauf der Probezeit als Sachbearbeiterin im Vertriebsinnendienst der Chemiesparte eingestellt. Da war ich für die Auftragsabwicklung der Produkte Soda und Bicar zuständig, das heißt ich war dafür verantwortlich, dass der Lkw zur bestellten Zeit auch beim Kunden eintraf.

 Frage: Und welche Kunden bestellen bei Solvay?

 Ulrike Dittrich: Beispielsweise Dr.Oetker, der aus unserem Bicar sein Backpulver herstellt, oder Henkel, die aus vielen Rohstoffen von Solvay ihr Waschmittel oder die Spülmaschinen-Tabs herstellen.

 Frage: Was ist der Unterschied zu Ihrem alten Job?

 Ulrike Dittrich: Ich reise sehr viel, vor allem im Herbst ist meine arbeitsintensivste Zeit, dann besuche ich unsere Kunden hauptsächlich in Deutschland, aber auch in der Schweiz und in England und schließe die Jahresverträge mit ihnen ab. Ich fahre für die Firma etwa 60 000 Kilometer im Jahr.

 Frage: Und wie sind Sie dann zu dem jetzigen Job gekommen?

 Ulrike Dittrich: Ich bin drei Jahre lang abends zur Schule gegangen und habe ein Betriebswirtschaftsstudium neben dem Beruf gemacht. Das war die Voraussetzung für meine Stelle im Außendienst.

 Frage: Wo wohnen Sie jetzt, Frau Dittrich?

 Ulrike Dittrich: Ich wohne immer noch in Rheinberg.
 Frage: Was für ein Unternehmen ist denn die Solvay?

 Ulrike Dittrich: Solvay ist ein belgisches Unternehmen mit drei Geschäsbereichen in Chemie, Kunststoffe und Pharma.

 Frage: Wie viele Arbeitnehmer gibt es denn bei Solvay?

 Ulrike Dittrich: Es gibt weltweit 28.000 Mitarbeiter, in Rheinberg sind es etwa 900 Mitarbeiter.

 Frage: Können oder dürfen Sie auch in anderen Ländern arbeiten?

 Ulrike Dittrich: Ja, das ist möglich. Ich kann mich z.B. für Amerika, Westeuropa, Osteuropa und Asien bewerben.

 Das Interview führten Meltem Sevinc und Hana Kameraj von Hauptschule Rheinberg, Klasse 8b. Die Einleitung schrieb Simon Serwatke. 

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